Nostalgiespiel in Dalum

13.06.2022 | Fussball Allgemein
Nostalgiespiel in Dalum

Nach 37 Jahren: Aufstiegshelden des VfL Osnabrück feiern Wiedersehen

Sie waren die Mannschaft, die ein Jahr nach dem zweiten Abstieg der Vereinsgeschichte das direkte Comeback in die 2. Bundesliga schaffte: 37 Jahre nach dem Triumphzug durch eine unvergessene Aufstiegsrunde trafen sich Veteranen zu einem langen Wochenende - nicht zum ersten und nicht zum letzten Mal. Aber zum ersten Mal im Emsland.

Am 12. Juni 1985 machte der VfL mit einem 2:1-Sieg gegen Rot-Weiss Essen an der ausverkauften Bremer Brücke den Aufstieg in die 2. Bundesliga perfekt. Ein Jahr nach dem Abstiegsdebakel setzte sich die von Trainer Erhard Ahmann und Manager Helmut Kalthoff zusammengestellte Mannschaft erst als Meister in der Amateuroberliga Nord und dann als souveräner Sieger der Aufstiegsrunde durch. In den beiden folgenden Jahren entwickelte sie sich zu einem Spitzenteam der 2. Bundesliga, das 1986/87 ein Aufstiegsanwärter war.

Seit 1995 treffen sich die Spieler von einst alle fünf Jahre. „Ich kenne keine Profimannschaft in Deutschland, die ihren außergewöhnlichen Zusammenhalt über einen so langen Zeitraum so intensiv pflegt“, sagte Mannschaftsführer Paul Linz in seiner Begrüßungsansprache, „darauf können wir alle zusammen ein bisschen stolz sein.“

Zwei Jahre hatte Corona das für 2020 geplante sechste Meeting der “VfL-Aufstiegs-Truppe“ verzögert, ehe Andreas Helmer mit seiner Frau Kerstin sowie den Töchtern Michelle und Celine die Gastgeberrolle im emsländischen Dalum perfekt ausfüllen konnte.

Helmer war einer der „Jungbullen“, wie sich die aus der VfL-Jugend stammenden Talente wie Dirk Gellrich, Ralf Heskamp, Stefan Holze, Frank Bohne oder Ulf Metschies 1984/85 nannten. Es dauerte ein paar Monate, ehe die für das Unternehmen Wiederaufstieg eingekauften Profis um Paul Linz, Günter Eymold, Oskar Bauer und Michael Kalkbrenner mit den Youngstern zu einer Einheit wurden, die bis heute Bestand hat.

Zum Programm des Wochenendes in Dalum gehörte neben zwei stimmungsvollen Abendveranstaltungen auch ein Spiel. Die Aufstiegshelden von 1985, mittlerweile zwischen 50 und 66 Jahre alt, schlugen sich auf dem Kleinfeld über 2x25 Minuten gegen den deutlich jünger besetzten SV Dalum beachtlich. Fan-Urgestein Eckhard Krautstrunk, der an seiner Tankstelle an er Lotter Straße Botschaften zur VfL-Lage aushängte, war Gast beim Treffen und kam zum Spiel stilecht im VfL-Anzug mit Krawatte und Schuhen in lila-weiß.

Der in der ersten Minute verletzte Paul Linz biss auf die Zähne und hielt durch, „Arne“ Helmer schied nach zwei Minuten mit einer Zerrung aus. Angefeuert von ihren Frauen erkämpften die VfL-Veteranen - mit Helmers Schwiegersohn Eike Schubert im Tor - eine ehrenvolle 2:5-Niederlage. „Wir überlegen, ob wir Protest einlegen. Dalum hatte Auswechselspieler, wir nicht“, flachste Ralf Heskamp, der ebenso wie Heikko Glöde, Uwe Jursch und Neale Marmon in einem Fitness-Zustand antrat, der den gestrengen Trainer Rolf Grünther halbwegs zufriedenstellte.

Oskar Bauer, Gerd Grau, Michael Kalkbrenner, Dirk Gellrich und Günter Eymold hatten auf einen Einsatz verzichtet, stellten aber ihr Comeback für das nächste Treffen in Aussicht. Das ist bereits für 2025 geplant, um den Fünf-Jahres-Rhythmus wieder aufzunehmen. Dann wollen auch Gregor Bürschel und Ulf Metschies, die aus persönlichen Gründen kurzfristig absagen mussten, sowie Stefan Holze, Ralf Feuerstein, Uwe Seiler und Frank Bohne dabei sein.

Zum Wiedersehen gehörte auch eine Gedenkminute: Sie galt vier VfLern, die 1985 dabei waren und inzwischen verstorben sind - Präsident Hartwig Piepenbrock, Trainer Erhard Ahmann, Linksaußen Willi Brocks und Stürmer Paul Jaschke.

 

Quelle: https://www.noz.de/