gvz Emsland. Erst am Schluss-Spieltag sind in der Fußball-Kreisliga Emsland die letzten Entscheidungen gefallen. Dann war klar, dass sich der SV Dalum den zweiten Aufstiegsplatz neben dem VfL Herzlake gesichert hatte und nach dem TuS Lingen II und dem SV Surwold auch Grenzland Twist die Klasse verlassen muss.
Nach einer spannenden Hinrunde waren aber viele Entscheidungen bereits zuvor und in nur wenigen Wochen gefallen. Denn die Rückrunde war geprägt durch zahllose Spielausfälle zu Beginn und viele Nachholspiele sowie einhergehende verletzungsbedingte Ausfälle in der Folge. Zeit, zurückzublicken auf die glücklichen, zufriedenen, unzufriedenen und die enttäuschten Teams der Kreisliga.
Die Glücklichen: Herzlake und Dalum verfügten über gut besetzte und breit aufgestellte Kader. Beide Teams bewiesen im Verlauf der Saison die meiste Konstanz und verdienten sich den Aufstieg. Der VfL Herzlake war als Aufsteiger mit nur drei Niederlagen die Mannschaft der Saison und feierte neben dem direkten Durchmarsch auch den Sieg im Kreispokal.
Wie sich Trainer Friedhelm Lübken und sein spielstarkes und technisch gut ausgebildetes Team, das für neue Fußballbegeisterung im Hasetal sorgte, in der hochkarätig besetzten Bezirksliga behaupten, wird spannend sein. In der Kreisliga war die Elf um Kapitän André Hues das Maß der Dinge.
Die Zufriedenen: Union Meppen und der TuS Haren kämpften bis zuletzt um den Aufstieg und gehen trotz - oder gerade wegen - des knapp verpassten Erfolgs mit viel Motivation, Optimismus und Vorfreude in die neue Spielzeit. Eine attraktive und gut besetzte Kreisliga erwartet der Harener Obmann Werner Niemeyer.
Zufrieden mit den Leistungen ihrer Mannschaften waren auch die Trainer in Aschendorf, Altenlingen und Leschede. Der TuS Aschendorf schnupperte zeitweise an den Aufstiegsplätzen, Altenlingen spielte als Aufsteiger eine starke Rolle, und Rüdiger Grüner verabschiedete sich in Leschede als Siebter mit der besten Platzierung seiner dreijährigen Trainer-Amtszeit. Allein die mangelnde Konstanz bemängelte Grüner bei seinem Abschied.
Mit positivem Fazit schlossen auch die Teams aus Darme und Brögbern ab. SuS Darme ließ zum Saisonende nach, spielte aber lange erfolgreich. Brögbern wurde vor Saisonbeginn als Abstiegskandidat gehandelt. Angeführt von Spielertrainer Andreas Hofschröer, sicherte der Klub aber weit vor Saisonende den Klassenerhalt. Als optimal bewertet Hofschröer den Saisonverlauf.
Am Ende dann doch zufrieden sein konnte Alemannia Salzbergen. Im Winter hoffte Trainer Uwe Göbel noch auf einen Platz unter den ersten sechs. Letztlich musste nach verpatztem Rückrundenstart und Göbels Rücktritt Interimscoach Dominik Grondmann am letzten Spieltag den Klassenerhalt sichern. Grondmann war von der zweiten Mannschaft aufgerückt und vor allem darüber erleichtert, dass seine Zweite, die sportlich die Klasse hielt, weiter in der 1. Kreisklasse spielen darf und diese nicht aufgrund des Abstiegs der ersten Mannschaft verlassen muss. Das freut mich persönlich am meisten, sagte Grondmann.
Die Unzufriedenen: Mehr von der Saison versprochen hatten sich die Verantwortlichen in Schapen, Bawinkel und Esterwegen. Esterwegen verfehlte den angestrebten Platz in der ersten Tabellenhälfte deutlich. Am Ende war Spielertrainer Ralf Glandorf froh, zwei Spieltage vor Schluss die Klasse gesichert zu haben. Zur neuen Saison soll Egon August das Team wieder in die Erfolgsspur führen.
Von langwierigen Verletzungsausfällen gebeutelt war Trainer Frank Lammers in Bawinkel. Auf dem Zahnfleisch rettete sich der letztjährige Bezirksliga-Absteiger ins Ziel und setzt, so Obmann Michael Feldker, auf einen Neuaufbau unter unserem neuen Trainer Roland Polke. Mit Christian Paul und Hendrik Hörnschemeyer hängen zwei Leistungsträger verletzungsbedingt die Fußballschuhe an den Nagel.
Auch mit einem neuen Trainer, aber mit ganz anderen Zielen nimmt der FC Schapen die Vorbereitung auf die neue Serie in Angriff. In der abgelaufenen Spielzeit ließ der hoch gehandelte FC die Beständigkeit vermissen. Gute Auftritte (3:0 gegen Dalum, 2:1 in Haren) wechselten sich häufig mit schwachen Begegnungen ab. Das Saisonziel, ein Platz unter den ersten fünf der Kreisliga, wurde dadurch verpasst. Mit Michael Felix (bisher SuS Neuenkirchen/Westfalenliga) als neuem Spielertrainer und einigen Verstärkungen will Schapen in der nächsten Spielzeit richtig angreifen.
Die Enttäuschten: Die Reserve des TuS Lingen als Bezirksliga-Absteiger und der Aufsteiger SV Surwold hatten schon zur Winterpause den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze verloren. Lingen II plagten seit dem Herbst Personalsorgen. Die allwöchentlichen Probleme, elf Spieler aufzubieten, führten zu null Punkten in der Rückserie. Surwold hingegen spielte mit Spielertrainer Andreas Langlitz, der im Winter übernahm, eine gute Rückserie. 16 Punkte bedeuten in der Tabelle der zweiten Saisonhälfte den zwölften Rang.
Noch besser schnitt Grenzland Twist ab. Berthold Nykamp und - in den letzten sechs Begegnungen - Wolfgang Hohmann holten im zweiten Saisonabschnitt 18 Zähler. Doch die Hypothek einer massiven Schwächephase im Herbst war zu groß. Am Ende stand für die Grenzländer der bittere Abstieg.